Sharon Dodua Otoo: «So, in etwa, ist es geschehen»
An der Tatsache, an der Tat gibt es nicht viel zu deuten: Amata Haller hat Heinz Brockhaus umgebracht. Am helllichten Tag. Auf offener Strasse. Hinter ihm im Auto sitzend, hat sie ihn am frühen Nachmittag des 3. Mai 2025 in Timmendorfer Strand mit einem Schal erwürgt. Und es tut ihr noch nicht einmal leid.
Das ist der Punkt, auf den „So, in etwa, ist es geschehen“ zuläuft, der zweite Roman von Sharon Dodua Otoo.
Vor zehn Jahren hat die englisch-ghanaisch-deutsche Autorin mit ihrer zweiten in deutscher Sprache verfassten Geschichte den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen, sie hiess „Herr Gröttrup setzt sich hin“, und schon hier hat Sharon Dodua Otoo das Klein-Klein des Alltags mit der grossen Geschichte verknüpft.
Jetzt erzählt sie nicht nur einen Tathergang und seine Folgen, sondern afrodeutsche Lebensgeschichte und Lebenswirklichkeit bis in die Zeit des Nationalsozialismus, sie wirft einen Blick auf identitätspolitische Empfindlichkeiten der Gegenwart, auf menschliche Selbstgerechtigkeit und in menschliche Abgründe.
Preise / Kosten
Eintritt CHF 20.- / erm. CHF 15.- (Mitglieder Literaturhaus St. Gallen, Bibliothek Wyborada); Studierende CHF 10.- / Kultur-Legi CHF 5.- / Mitglieder A*dS gratis, Geflüchtete gratisWeitere Infos & Tickets: https://www.saiten.ch/kalender/anja-kampmann---die-wut-ist-ein-heller-stern-kopie-177204
Die aufgeführten Inhalte werden von saiten.ch gepflegt, weshalb wir keine Garantie für die Inhalte übernehmen können.